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Monday, 04. April 2011

Metabolische Fitness II

Von Dr. med. Jürg Kuoni

 

Über Faulenzer, Geparden und Pfuhlschnepfen

 

Keine Ahnung, was eine Pfuhlschnepfe ist? Hatte ich auch nicht, als ich den Bericht las! Ich musste den niedlichen Rekordhalter auch zuerst googeln, um mir ein Bild zu machen. Die Pfuhlschnepfe hält unangefochten den Weltrekord im Ausdauerbereich. Sie fliegt nonstop, ohne Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme 12'000 km weit, ja, richtig: zwölf tausend Kilometer! Und zwar von Alaska bis Neuseeland.

Mit dem Gepard sind wir alle auf Du, von der Mittelschule erinnern wir uns, dass er der unbestrittene Rekordhalter im Tempolauf ist. Mit bis zu 120 km/h saust er hinter der Gazelle her. Allerdings hält er das Tempo gerade mal  2-3 Minuten durch.

Wir Menschen sind weder besonders schnell noch sehr ausdauernd. Von der Evolution her bestand auch keine Notwendigkeit dazu, sie eröffnete uns mit der Entwicklung unseres Gehirns eine andere ökologische Nische: Wie die Menschheitsgeschichte zeigt, war Schlauheit das bessere Tool als Geschwindigkeit oder Ausdauer. Unsere Intelligenz ist leider unterdessen ein zweischneidiges Schwert: Wir sind nicht nur eine Gefahr für unsere Umwelt geworden, wir gefährden mit unserm gewaltigen Know-how auch unsere Gesundheit. Damit kommen wir zum Faulenzer.

Warum soll Faulenzen nicht gesund sein?

Die meisten unter uns verdienen sich ihr Leben sitzend am Bildschirm. Ob mit ÖV oder im Stau, der Arbeitsweg ist nicht mehr derjenige des Jägers und Sammlers. Am Feierabend wollen wir dann doch mal die Beine hoch lagern………Allenthalben wird doch das Lob des Faulenzens gesungen. Faulenzer-Hotels preisen Faulenzer-Oasen an, Hermann Hesse hat „Das Lob des Nichtstuns“ geschrieben und Mark Twain war eloquenter Lobredner der Faulenzerei. Doch Vorsicht! Weder Poeten noch Hoteliers sind ausgewiesene Fachleute in Sachen Faulenzerei.

Doch gibt es diese überhaupt? Es gibt sie!

 

„Zu wenig körperliche Aktivität und zuviel Sitzen: Physiologie des Nichtstuns und die Notwendigkeit neuer Empfehlungen bezüglich körperlicher Inaktivität“ heisst eine bahnbrechende Arbeit, die 2008 erschien.* Darin wird nachgewiesen, dass die sitzend verbrachte Zeit ein Risikofaktor ist für Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes und einige Krebserkrankungen. Und zwar unabhängig davon, ob wir am Abend noch eine Runde drehen. Fazit: Stundenlanges Sitzen ohne ein paar kurze aktive Pausen gefährdet die Gesundheit!

Genau zum gleichen Resultat kommen zwei weitere Untersuchungen:

„Erhöhtes Risiko von Stoffwechsel- und Herzkreislaufkrankheiten durch zunehmenden TV-Konsum“ ** und „Zeit am Bildschirm, Sterberisiko und Herzkreislaufkrankheiten“.*** Alle drei Untersuchungen erschienen in schwergewichtigen Fachzeitschriften, und alle kommen zum selben Resultat: Sitzdauer am TV oder am Computer und Risiko für vorzeitigen Tod oder für Herzkreislaufkrankheiten hängen eng zusammen. Auch bei Personen, die 2-3 mal/Woche ihre Jogging-Schuhe anziehen.

Das grösste Organ des Menschen ist die Muskulatur. Diese will gebraucht sein, sonst verkümmert sie. Die Muskulatur ist aber nicht nur unser Motor, sie ist auch unser grösstes Stoffwechselorgan. Der Stoffwechsel ist aber nicht nur während des Joggens aktiviert sondern immer dann, wenn wir uns bewegen. Und das sollen wir möglichst oft während des Tages! Wir sind stoffwechselmässig gesund, also metabolisch fit, wenn wir uns mehrmals am Tag, zusammen aber mindestens 30 Minuten bewegen. Eine Jogging Runde am Abend ist OK aber nicht alleinseligmachend! Ein Marathon ist gut fürs Ego aber nicht zwingend für die Gesundheit. Wie sagte doch schon Paracelsus vor gut 500Jahren: Alles ist Gift und nichts ist Gift, allein die Dosis macht, ob etwas Gift ist. Genau genommen gilt der Satz universal: für’s Essen, für die Arbeit, das Training – das wissen wir, aber er trifft auch zu für Dinge, von denen wir nicht erwarten, dass ein Zuviel gesundheitsschädigend sein könnte, wie Wasser, Liebe uvm, und  ja, oft hat man das Gefühl sogar für die Religion.

 

Für diejenigen, die’s genau wissen möchten:

*  Current Cardiovascular Risk Reports 2008

** Medicine and Science in Sports and Exercise 2010

*** Journal of the American College of Cardiology 2011



Tuesday, 22. March 2011

running.COACH-Weekend mit Viktor Röthlin und Christian Belz

Liebe Läuferinnen und Läufer

 

Auf vielfachen Wunsch haben wir uns dazu entschieden, unser Angebot nicht nur virtuell, sondern auch physisch anzubieten. Im Rahmen eines Weekends erwarten dich Ende Mai und Anfang Juli wertvolle Tipps und Tricks, wichtige Theorie-Inputs über Trainingsaufbau und Trainingsplanung, die Wettkampfvorbereitung, Technikkorrekturen und vieles mehr. Das Programm sieht einen bunten Mix von Theorie und Praxis vor, bei welchem du von der reichen Erfahrung von Viktor Röthlin oder Christian Belz profitieren kannst.

 

Als Austragungsort haben wir die Infrastruktur der Thermalquellen Bad Zurzach ausgewählt, weil in unseren Augen neben dem Training auch die Erholung nicht zu kurz kommen darf.

 

Weitere Infos findest du hier. Wir empfehlen eine rasche Anmeldung. Die Teilnehmerzahl ist limitiert.



Thursday, 13. January 2011

Metabolische Fitness

Von Dr. med. Jürg Kuoni

 

„Blut, Schweiss und Tränen“ soll Churchill seinen Landsleuten nach seiner Wahl zum Premier versprochen haben.

Viel Schweiss, gelegentlich Tränen und nicht ganz selten Blut sieht man im Ziel von Marathons oder Gigathlons oder wie die modernen Gladiatorenkämpfe alle heissen mögen.

Leiden scheint für viele der Teilnehmer Teil des Vergnügens zu sein. Fitness ist die Religion unserer Generation, je mehr desto besser. In einschlägigen Heftlis finden sich Lauf-„Events“ vom Januar bis zum Dezember, „wunderbare Landschaften inklusive“. Allein, wenn man die Gesichter der Teilnehmenden betrachtet, leuchtet daraus nicht Landschaftsgenuss sondern Leiden.

 

Wie viel muss man eigentlich leiden, um „fit“ zu sein?

Ist ein Faultier fit, obwohl es sich ein paar Meter pro Tag bewegt?

Haben Sie je einen Tiger oder einen Löwen joggen gesehen?

„Fit“ ist die Verballhornung oder sogar der Missbrauch eines Begriffs, den Darwin geprägt hat. Mit „Survival of the Fittest“ meinte er aber keineswegs, dass der- oder diejenige die höchsten Überlebenschancen hat, der/die am weitesten oder am schnellsten rennen kann. Sondern derjenige, der sich am besten seiner Umgebung anpassen kann.

Darum eben ist ein Faultier „fit“: es ist seiner Umgebung optimal angepasst. Obwohl keineswegs zuoberst in der Nahrungskette, ist es durch seine unscheinbare Existenz in den Ästen vor Feinden einigermassen sicher. Es bewegt sich seit Millionen von Jahren im Zeitlupentempo durch die Baumkronen im tropischen Regenwald und frisst seit Millionen von Jahren dasselbe: Blätter.

 

Und Tiger und Löwen, Paradigmen von Kraft und Schnelligkeit? Beides Super-Kurzstreckenathleten (vor allem die Weibchen!), Ausdauer null. Entweder ist die Gazelle oder das  Zebra in ein bis zwei Minuten erlegt oder der Hunger nagt weiter in der Magengrube, bis zur nächsten Gelegenheit. War die Jagd erfolgreich, wird erstmal ausgiebig gespiesen und nachher geschlafen, durchschnittlich 18 Stunden pro Tag. Keine unnötige Bewegung. Wozu auch Kalorien verbrauchen, die man sich nachher mühselig wieder erjagen muss? Gefressen wird seit Urzeiten dasselbe: Fleisch und Fett.

 

Wir Menschen? Waren mal Jäger und Sammler, während zwei bis drei Millionen Jahren optimal angepasst. Als Omnivoren sehr flexibel, als Coctivoren (Gekocht-Fresser) lernten wir die Nahrung bis zur letzten Kalorie auszunutzen. Wurde die Nahrung knapp, wechselten wir den Standort. Nahrung sammeln hiess aber viele Kilometer gehen, jeden Tag. Für die Jagd waren wir viel zu langsam. Aber wir entwickelten ein Gehirn, wir lernten Fallen zu stellen oder in Gruppen die Tiere zu treiben, bis sie, erschöpft, eine leichte Beute waren. Vielleicht mal ein kurzer Sprint für den Gnadenstoss.

 

Dies ist also unser genetisches Programm: ausser Gras können wir fast alles fressen, die Nahrung beschafften wir uns, indem wir stundenlang durch Wälder und Steppen streiften. Heute soll die durchschnittlich Gehstrecke noch 600 m täglich betragen: wir  haben uns eine Umgebung geschaffen, die das Gehen fast überflüssig macht, ein völliger „Misfit“. Muskeln und Gelenke degenerieren. Das Herzkreislaufsystem bleibt 24 Stunden im Ruhemodus. Der Stoffwechsel (Metabolismus) verkümmert, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen sind die Konsequenz.

 

Ohne Blut, Schweiss und Tränen können wir jedoch Gegensteuer geben. Täglich ein paar Kilometer gehen, möglichst in zwei oder drei Portionen. Wer Lust und ein stabiles Chassis hat, darf auch joggen. Im Büro möglichst oft aufstehen, Stehungen statt Sitzungen etc etc, der Alltag bietet viele Möglichkeiten, man muss sie nur wahrnehmen. Das genügt, um den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen, um metabolisch fit zu sein. Metabolische Fitness ist die Basis für eine robuste Gesundheit. Für den Bewegungsapparat ist die Dosis etwas knapp, und das Herzkreislaufsystem braucht ein paar zusätzliche bits. Auch diese sind aber ohne Leiden zu haben.

Darüber das nächste Mal!



Tuesday, 23. November 2010

Ein Tag aus dem Leben des inneren Schweinehundes

Von Dr. med. Jürg Kuoni

 

Lieber innerer Schweinehund!

Alle verlangen von mir, dass ich Dich „austreibe“, dass ich Dich „überwinde“ und vieles mehr, was ich Dir gar nicht alles sagen möchte. Schliesslich haben wir ein langes gemeinsames Leben hinter uns, und, so Gott will,  noch einige glückliche Jahre vor uns.

Was haben die nur immer gegen Dich? Du tust keinem was zuleide, kläffst oder grunzst niemanden an, Du störst nicht mehr als mein Schatten.

Versuchen wir einmal in Ruhe zu verstehen, warum man einen Keil zwischen uns treiben möchte.

 

Am  Morgen geht’s schon los. Ich wache auf, gähne ein bisschen, und schon donnert das Gesundheitsförderungs-Über-Ich:

  • Heute wird gejoggt, mein Freund, versuch ja nicht, Dich wieder zu drücken!
  • Sachte, meint der innere Schweinheund, die Stresshormone sind beim Erwachen am höchsten, also gar kein Grund, jetzt auch noch den Overdrive einzulegen! Mach einen schönen Spaziergang durch den Wald und geniess die Natur!
  • Aber nüchtern joggen am frühen Morgen bringt doch die Fettverbrennung in Schwung, wende ich, unterdessen schon fast wach, ein, das stand kürzlich in den „Fitness News“!
  • Brav gelernt, meint der innere Schweinhund, aber Fett kannst Du fast den ganzen Tag verbrennen, wenn  Du nicht dauernd snackst. Also steh jetzt auf und geh eine Viertelstunde durch die Natur, so wirst Du richtig wach und hast nachher noch Zeit zum Duschen und in  Ruhe Dein Frühstück zu geniessen!

 

Am Mittag geht’s dann weiter. Mein Gesundheitsförderungs-Über-Ich wird wieder laut und fordernd.

  • Am Morgen hast Du gekneift, mein Lieber, jetzt aber ab in den Fitness-Klub! Schliesslich hast Du ein Abo!
  • OK! Meint der innere Schweinehund, eine halbe Stunde Krafttraining in Ruhe, dann hast Du noch eineinhalb Stunden Zeit für den Lunch.
  • Wozu soll ich denn solange lunchen? Wenn schon in den Fitness-Klub, dann grad noch eine Stunde Spinning! Für den Lunch genügen 30 Minuten!
  • Du hast jetzt  vier Stunden intensiv gearbeitet, jetzt ist Regeneration angesagt! Also kein Steh-Imbiss um die Ecke sondern ein Lunch mit Freunden in der netten Gaststube gut zehn Minuten vom Büro!

 

Und so geht’s dann auch am Abend. Mein Gesundheitsförderungs-Über-Ich fordert wieder einen Beitrag, aber ich bin schlapp.

  • Schon wieder diese faulen Ausreden! Das wird böse enden! Herzkreislauf-Krankheiten, Alzheimer, Du wirst es noch bereuen! Verlust an Lebensqualität, an Lebensjahren. Und denk an die Krankenkassenprämien!
  • Schon gut, meint jetzt der innere Schweinehund, geh jetzt zu Fuss nach Hause und mach Deinen Kopf wieder klar!  Wenn er noch nicht ganz klar ist, leg noch eine Runde dazu! Und geniess Deinen Feierabend.

 

Ich würde soviel mehr tun ohne Dich, lieber innerer Schweinehund! Mehr Jogging, mehr Sport, weniger Herumhängen. Ich will mich bessern! Lieber innerer Schweinehund, willst Du mich wirklich vorzeitig ins Grab bringen?

Jetzt hör mir mal gut zu! meint dieser plötzlich ganz ernst. Der Mensch ist ein Bewegungstier, kein Zweifel, und wenn Dein Chassis genügend stabil ist, darfst Du ruhig joggen, ich wäre da aber eher vorsichtig. Hast Du je einen Löwen joggen gesehen? Der macht ein paar kurze Sprints wenn er Hunger hat, danach schläft er, 18 Stunden am Tag, wie Dein Baby. Auch die Gazelle joggt nicht, sie rennt wenn sie davonrennen muss, dann grast sie in aller Ruhe.  Seit drei Millionen Jahren, bis Anfang des 20. Jahrhunderts, war des Menschen tägliche Gehstrecke 15 – 20 km, davon darfst Du Dir eine schöne Scheibe abschneiden. Oder noch besser zwei oder drei. Aber GEHEN, verstanden? Zügig gehen ist OK, joggen muss nicht sein, und am Stück muss es auch nicht sein! Das ist Dein genetisches Programm. Da wir, zumindest in den Städten, in der Nahrungskette zuoberst sind, brauchen wir nicht mehr davonzurennen. Aber: brauche Deine Muskeln wo immer und wann immer Du kannst, renn auch ruhig mal aufs Tram oder die Treppen hoch. Und denk immer an die berühmte „Harvard Alumni Study“: den grössten Benefit hatten diejenigen, die sich regelmässig moderat bewegten, ehrgeiziges Joggen oder gar Teilnahme an Marathons hatte keinen zusätzlichen gesundheitlichen Benefit! Ausser vielleicht fürs Ego.

 

Ich war beeindruckt. Innere Schweinhunde scheinen belesen zu sein. Die „Harvard Alumni Study“ hab ich auf der Zunge zergehen lassen und grad noch die „Aerobic Center Longitudinal Study“ dazugenommen. Meinem   inneren Schweinhund muss ich Recht geben. Fit ist gut, aber mehr ist nicht zwingend besser. Ausser vielleicht fürs Ego.

 

 

Schweine-hund

 

 



Friday, 05. November 2010

Ein besonderes Dankeschön wartet auf dich...

Liebe Läuferinnen und Läufer

Wir möchten euch an dieser Stelle auf unsere spezielle Aktion verweisen, denn wir möchten ein Zeichen setzen und uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die Geduld in den ersten Monaten bedanken:

Wer sich bis am 15. November 2010 per Mail mit dem Stichwort „Aboverlängerung“ bei valentin.belz@quevita.net meldet, erhält drei Wochen mehr Testzeit oder eine entsprechende Verlängerung des bereits gelösten Abos.

Wir freuen uns auf die kommende Zeit und darauf, den running.COACH für, mit und dank euch weiterzuentwickeln.

 



Thursday, 21. October 2010

Wieso hat die Schildkröte das Rennen gegen den Hasen gewonnen?

Die Fabel von Aesop kennen Alle: Die Schildkröte lässt sich vom Hasen nicht provozieren, sie schlägt ihm ein Rennen vor, das sie schliesslich darum gewinnt, weil der Hase sich weit überschätzt hat.

Wir alle haben solche Hasen um uns. Sie nennen uns Couch Potatoes, weil wir nicht am Morgen in aller Frühe oder spätabends im Wald herumrennen. Sie bemitleiden uns ein bisschen, weil wir nicht einsehen wollen, dass der Mensch ein Lauftier und damit zum Rennen geboren ist. Schliesslich stammen wir von den Jägern und Sammlern ab……. Jäger und Sammler, was heisst denn das? Die Frauen sammelten Essbares und die Männer erbeuteten Tiere? Vielleicht, über die damalige Arbeitsteilung wissen wir nicht viel. Was wir aber sicher wissen: alle Beutetiere waren viel schneller als wir, keine Chance also, mit unsern schwerfälligen Steinkeulen oder Speeren etwas zu erbeuten. Ausserdem war die Gefahr viel zu gross, selber zur Beute zu werden, schliesslich waren wir in der Nahrungskette keineswegs zuoberst.

Half uns die Ausdauer? Je schneller das Tier, desto geringer die Ausdauer. Ein Gepard sprintet gerade mal eine bis maximal zwei Minuten, wenn er sein Gnu in dieser Zeit nicht erbeutet hat, muss er sich zuerst mal erholen und dann nach etwas Anderem Ausschau halten. Aber auch das Gnu - oder das Reh oder der Hirsch - flieht nicht unendlich weit. Hier packten unsere Vorfahren ihre Chance: sie waren viel zu langsam und auch nicht genug ausdauernd, aber sie hatten mehr Gehirn. In Gruppen konnten sie ihre Beutetiere zu Tode hetzen und ihnen falls notwendig noch den Gnadenstoss geben. Oder sie lernten, Fallen zu bauen oder Köder zu legen oder oder..........

Joggen gehörte auf jeden Fall nicht zu ihrem Alltag. Lange Strecken zu gehen jedoch sicher, und zwar täglich, zwischendurch vielleicht ein Sprint für eine (meist aussichtslose) Flucht oder ein paar längere zügige Intervalle für eine Hetzjagd.

Auf diesem Hintergrund dürfen wir den Hasen unter uns ruhig in die Augen blicken: Der Fitteste hat keineswegs die längste gesunde Lebenserwartung. Mit andern Worten, es gibt keine lineare Beziehung zwischen VO2max (maximale Sauerstoffaufnahme bei Ausbelastung) und gesunder Lebenserwartung. Der gesundheitliche Benefit regelmässiger Bewegung hat wie viel Anderes einen Grenznutzen: Bis zu einem definierten Aufwand kann der Ertrag optimiert werden, zusätzliche Investitionen bringen nur minimalen Zusatznutzen oder sind sogar kontraproduktiv. Die beiden epidemiologischen Untersuchungen mit der längsten Beobachtungszeit (die Aerobic Center Longitudinal Study und die Harvard Alumni Study) belegen klar, dass regelmässige moderate körperliche Aktivität den grössten gesundheitlichen Benefit hat. Weder intensives noch extensives Joggen hat einen zusätzlichen Nutzen und schon gar nicht die regelmässige Teilnahme an einem Marathon. Wer ein genügend robustes Chassis hat und die notwendige Leidensbereitschaft, darf sich diesen Herausforderungen stellen. Der Rest soll sich ruhig als „bekennende Schildkröten“ outen: wir bewegen uns möglichst oft, und das während des ganzen Tages. Nach den Empfehlungen des Expertengremiums des American College of Sports Medicine ist dies mindestens eine halbe Stunde jeden Tag.

In der nächsten Folge zeigen wir, dass wir damit nicht unbedingt auf der sichern Seite sind. Am Stück oder in Stücken, that’s the question.

 

Ein Artikel von Dr. med. Jürg Kuoni

 

http://www.healthcheck.ch



Thursday, 21. October 2010

Testemonials gesucht!

Für diverse Print- und Onlinemedien suchen wir dringendst interessierte und begeisterte body.COACH User verschiedener Altersklassen, die uns gerne ein paar Zeilen über ihre Erfahrungen schreiben würden.

Eine solche Geschichte nennt man ein Testemonial (Erfahrungsbericht).

 

Für jeden Bericht von ca. einer halben A4 Seite inkl. einem kleinen Foto bieten wir nach Wahl ein Gratis 3-Monats-Abo für den body.COACH oder einen Pedometer.

 

Bitte meldet euch bei: susanna.schwab@quevita.net

 

Herzlichen Dank zum Voraus!

 

Susanna Schwab

Community Management & Support



Tuesday, 21. September 2010

Viktor Röthlin und Christian Belz auf Rang 1 und 2

Unsere beiden Aushängeschilder haben an den Schweizermeisterschaften im Halbmarathon die Ränge 1 und 2 belegt. Die Meisterschaft wurde im Rahmen des internationalen Greifenseelaufs ausgetragen. Gewonnen wurde das Rennen von Abraham Tandoi, dem Trainingspartner von Viktor Röthlin. Röthlin und Belz belegten im Gesamtklassement die Plätze 5 und 6.

 

Das nächste grosse Ziel von Viktor Röthlin ist der New York City Marathon vom 7. November. Seine weitere Vorbereitung sieht Starts über die Halbmarathon-Distanz in Lissabon (26. September) und über 10 Meilen in Portsmouth (24. Oktober) vor. Christian Belz hat erstmals einen Start am Murtenlauf (3. Oktober) geplant.



Thursday, 16. September 2010

Warum bekommen Faultiere keinen Herzinfarkt und wieso werden Schildkröten über 100 Jahre alt?

„Bewegung, Bewegung!“ predigen uns amtlich geprüfte und andere Gesundheitsförderer unablässig. Denn die Strafe fürs sündige Nichtstun steht vor der Tür: Herzinfarkt, Schlaganfall, Knochenschwund, neuerdings auch noch Krebs.

Und das alles wegen eines Apfels. Im Paradies durften wir das Nichtstun noch geniessen, seither sollen wir alles im Schweisse unseres Angesichts...

 

So kam es denn, dass unsere Vorfahren zwei oder drei oder vier Millionen Jahre lang ihre Nahrung suchen mussten. Täglich. Wahrscheinlich zwischen 15 und 20 Kilometer jeden Tag. Wenn in diesem Umkreis nichts mehr zu finden war, zogen die Horden weiter, in Gruppen von 20 – 30 sollen die Jäger und Sammler zusammengelebt haben. Gegessen wurde meist Pflanzliches in Form von Wurzeln, Früchten, Nüssen oder essbarem Grünzeugs. Besonders gute Jäger waren sie nicht, mehrheitlich mussten sie sich mit dem zufriedengeben, was Raubtiere zurückliessen: mit den Karkassen der Beutetiere. Diese enthielten allerdings etwas ganz Besonderes, was Säbelzahntiger nicht schätzten: Knochenmark und Gehirn, wertvolle Kalorien. Fett vom Feinsten, voll von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, fast ohne einfach oder mehrfach ungesättigte oder andere gesunde Fettsäuren. Zum Glück gab es noch keine Ernährungsberatung, sonst wäre die Menschheit wahrscheinlich ausgestorben.

Gegessen wurde, wenn etwas da war. Dann jedoch möglichst viel, um die nächste Hungerperiode zu überstehen.

 

Vor rund 10'000 Jahren stellte die Agrar-Revolution unsere Ernährung auf den Kopf. Statt die Nahrungssuche dem Zufall zu überlassen lernten die Menschen, die Nahrung anzubauen. Die vagabundierenden Horden wurden sesshaft. Die Jagd wurde zugunsten der Tierzucht aufgegeben. Doch noch immer wirkte der Fluch der Vertreibung aus dem Paradies: Nach wie vor erfolgte die Nahrungsproduktion im Schweisse des Angesichts. Davon emanzipierten wir uns endlich in der folgenden, der industriellen Revolution. Endlich wurde körperliche Arbeit überflüssig. Dank unserem Gehirn hatten wir die paradiesischen Verhältnisse wieder hergestellt...

 

Doch etwas machte da nicht mit. Erbgut oder Genom heisst dieses Etwas. Während einigen Millionen Jahren überlebten immer die tüchtigsten Jäger und Sammler, ihr Erbgut haben wir in uns. Dieses ist auf reichlich Bewegung ausgelegt, denn dieses sicherte unser Überleben. Und auf eine betont pflanzliche Ernährung mit etwas Proteinen und reichlich Fett.

Darum haben die Gesundheitsförderer teilweise recht: unser Erbgut verlangt nach Bewegung. Auf das „welche und wieviel Bewegung“ werden wir in einem folgenden Beitrag zurückkommen.

Die Ernährungsberatung ist da eher auf dem falschen Dampfer: Statt reichlich Pflanzlichem empfiehlt sie uns industriell aufbereitete Kohlenhydrate, das Fett will sie uns möglichst auch noch durch Pasta und Kartoffeln ersetzen, die Proteine sollen von fettarmem Federvieh oder von Fischen stammen. Das Resultat dieses Massenversuchs kann man sich zB auf einem amerikanischen Flughafen tausendfach vor Augen führen.

Hier geht’s jedoch um Bewegung, die Ernährung überlassen wir den Fachleuten und mischen uns nur ein, wenn’s gar zu bunt wird.

 

Wieso bekommen nun die Faultiere keinen Herzinfarkt? Und wieso leben die Schildkröten so lang? Weil ihr Lifestyle den Vorgaben entspricht, die in ihrem Erbgut festgelegt sind.

Das wäre also ein Versuch wert.

 

Ein Artikel von Dr. med. Jürg Kuoni

 

http://www.healthcheck.ch



Sunday, 01. August 2010

VIKTOR RÖTHLIN HOLT SENSATIONELL MARATHON-GOLD!

Viktor Röthlin, unser Aushängeschild des running.COACH wurde hoch überlegen Europameister in Barcelona. Er verabschiedete sich auf dem letzten Drittel der Marathonstrecke von seinen letzten Gegnern und lief solo in 2:15:31 mit über 2 Minuten Vorsprung im Ziel ein. Eine eindrückliche Rückkehr auf die Leichtathletik-Bühne nach einem Jahr mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen (zwei Lungenembolien und eine Fersenoperation).