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Was hilft wirksam bei sehr starkem Schwitzen?
Millionen Deutsche haben ein Problem, das ihnen bei Vorstellungsgespräch, Rendezvous oder auf einer Party sichtbar zusetzt: Sie schwitzen – mehr als andere. Drei Fachleute geben Rat, wie sich heftiges Transpirieren unter Achseln oder an den Füßen eindämmen lässt
Die Naturmedizinerin
Karl und Veronica Carstens-Stiftung,
Geschäftsführerin von Natur und Medizin e. V.
Zuerst sollte ein Arzt feststellen, ob eine Erkrankung die Ursache ist, etwa eine Überfunktion der Schilddrüse. Bekanntestes Naturheilmittel ist Salbei. Als Tee zehn Minuten ziehen lassen und dreimal täglich trinken. Oder den Aufguss äußerlich anwenden, etwa als Fußbad. Salbei hemmt den Schweiß um bis zu 52 Prozent. Frisch ist er noch wirksamer als getrocknet. Das Kraut gibt es auch in Drageeform oder als Tinktur. Homöopathisch hat sich bei Schweißausbrüchen Jaborandi D4 (dreimal täglich fünf Globuli) bewährt.
Die Apothekerin
Apothekerin aus Gladbeck
Viele Deos wirken bei starkem Schwitzen nicht. Der Wirkstoff Aluminiumchlorid, der die Schweißdrüsen verengt, ist zu gering konzentriert. Betroffene sollten sich ein Antitranspirant in der Apotheke anmischen lassen: 10 oder 20 Prozent Aluminiumchlorid, Gelbildner auf Zellulosebasis, Propylenglykol als Feuchthaltemittel und Wasser. Zuerst die zehnprozentige Lösung ausprobieren. Abends vor dem Schlafengehen auf die saubere Haut auftragen. Nach einer Woche zwei- bis dreimal die Woche anwenden.
Der Chirurg
Deutsches Hyperhidrosezentrum in München
Wenn ein Antitranspirant nicht ausreicht, kommt eine Strombehandlung im Wasserbad, die Iontophorese, infrage. Außerdem kann man Botulinumtoxin an Händen, Füßen und Achseln injizieren. Beides hemmt die Schweißproduktion. Zuletzt bleibt noch die Operation: Bei der Achselsaugkürettage werden Schweißdrüsen in der Unterhaut der Achseln zerstört. Für Hände, Füße und Kopf gibt es eine Schlüsselloch- Operation, bei der mit einem Titanclip der Schwitznerv im Brust- oder Lendenbereich blockiert wird.








