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Genuss

Viele Menschen neigen dazu, unter Belastungen Freizeitaktivitäten zu vernachlässigen. Andere wiederum füllen ihre Freizeit mit vielfältigen Aktivitäten, Leistungsdenken und Prestige bestimmen das Freizeitverhalten und lassen keinen Platz für innere Ruhe. Sie erleben keine wirkliche Erholung. Fehlende Erholungsmöglichkeiten führen auf Dauer zu einer Abnahme der Widerstandskraft gegenüber Belastungen. Bewusste Musse und Genuss fördern die Erholung.


Genusserlebnisse

Der Alltag bietet überraschend viele Gelegenheiten zu Genuss. Angenehme Düfte oder Gegenstände, die sich schön anfühlen, Regentropfen oder Sonnenstrahlen auf der Haut, der Geschmack eines guten Essens. Neben dem bewussten und genussvollen Erleben spontan auftretender genussvoller Eindrücke können angenehme Erlebnisse im Alltag auch gezielt herbeigeführt werden.
  • Theater-/ Konzertbesuche
  • Bücher/ Zeitungen lesen
  • Spazierengehen
  • Einkaufsbummel
  • Kochen/ Backen
  • Musizieren
  • Werken
  • Gemütlich faulenzen
  • Sport betreiben
  • Sportveranstaltungen besuchen
  • Gäste haben
  • Besuche machen
  • Etwas mit Freunden unternehmen
  • Essen gehen
  • Kinobesuche
  • Ausstellung/ Museen
  • Denksportaufgaben lösen
  • Sich mit Tieren beschäftigen
  • Partys besuchen
  • Gartenarbeit/ Balkon bepflanzen
  • Verreisen
  • Körperpflege betreiben
  • Sich massieren lassen
  • Zärtlichkeiten austauschen
  • Musik hören
  • Malen/ kreativ sein
  • Schreiben
  • Tanzen
  • Ehrenamtiche Aktivität
  • Wandern
  • Wellness/ Saunabesuche
  • Neues lernen

Genussvolles erleben im Alltag ist unter Berücksichtigung folgende Punkte für jeden möglich:

Genuss braucht Zeit
Ein emotionaler Zustand, besonders ein positiver, braucht genug Zeit, um sich zu entwickeln

Sich selbst Genuss erlauben
Familiärer Hintergrund, Erziehungsstil und Sozialisation sind für eine genuss-feindliche oder genussfreundliche Grundhaltung mitverantwortlich

Genuss geht nicht nebenbei
Die Aufmerksamkeit muss auf die genussfördernde Reize gelenkt werden, andere Wahrnehmungen müssen ausgeblendet werden.

Jedem das Seine
Geschmack und Vorliebe sind individuell

Weniger ist mehr
Ungezügelte Bedürfnisbefriedigung verunmöglicht Genuss, Differenzierung und Fokussierung sind bei einem Überangebot nicht mehr möglich. Wer gesättigt ist, kann nicht mehr geniessen.

Ohne Erfahrung kein Genuss
Die differenzierte Wahrnehmung von Genuss erfordert ein durch Lernprozesse geschultes Informationsverarbeitungssystem. Dazu ist Vorerfahrung nötig.

Genuss ist alltäglich
Man benötigt keine besonderen Ereignisse, um Genuss erleben zu können.


Quelle: Prof. Dr. Gert Kaluza, Stressbewältigung, Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung, Springer, 2004
Autor: vivit gesundheits ag, 2008