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Pilates

Grundlagen

Pilates ist benannt nach seinem Initiator, Joseph Hubertus Pilates (1880 – 1967). Ursprünglich entstand dieses Training in Deutschland, wo der Erfinder ein grosses Interesse zeigte an östlichen Methoden (Yoga, Tai-Chi, Meditation) kombiniert mit sportlichen Tätigkeiten wie Skifahren, Fechten und Turnen. Während der Kriegsgefangenschaft in England gelang es Pilates mit einfachen Mitteln wie Bettfedern sowie dem Ausnutzen von Hebel- und Schwerkraft Übungen zu entwickeln und durchzuführen.
Später, in den USA, gründete er zusammen mit seiner Frau ein Studio in Manhattan, New York, in welchem er mit bekannten Tänzern sowie verschiedenen Sportlern wirkte. Pilates schuf bestimmte Bewegungsprinzipien, welche nach seinem Tod weiterentwickelt wurden. Sie sollen dem Trainierenden helfen, sich korrekt und in gesundheitsverträglicher Art und Weise zu bewegen.


Methode und Ziel

Pilates findet entweder auf den speziell von Joseph Pilates entwickelten Geräten statt (Reformer, Trapeze-Table, Barrel, Chair, Spine Corrector) oder auf der Matte als eine Form von Gymnastik.
Mit Hilfe der Übungen lernt der Trainierende, sich ökonomisch und bewusst zu bewegen. Dieses perfekte Bewegungsverhalten soll später so automatisiert ablaufen, dass es sich ohne weiteres in den Alltag integriert.

Ziele
  • Zentrierung durch Bewegungen, die aus der Körpermitte heraus durchgeführt werden, sowie durch Stärkung der Rumpfmuskulatur
  • Aufrechte Körperhaltung
  • Bewegungsunterstützende Zwerchfellatmung und Verbesserung der Brustkorbbeweglichkeit
  • Bewegungsfluss, Konzentration und Koordination, indem die Zusammenarbeit der Muskeln verbessert wird
  • Gezielter Krafteinsatz, der auch Entspannung ermöglicht

Indikationen (Einsatzmöglichkeiten)

Pilates eignet sich als alleinige oder unterstützende Trainingsform oder zur allgemeinen Stärkung der Muskulatur. Für die 500 bekannten Original-Übungen gibt es viele Varianten, die je nach Anforderungsprofil gestaltet werden können – von ganz einfach bis zu sehr fordernd. Pilates lässt sich somit für die Prävention, aber auch zur Rehabilitation sowie bei Sport und Fitness einsetzen.

Spezielle Anwendungsgebiete
  • Rückenbeschwerden und Stärkung der Rumpfmuskulatur und des Schultergürtels
  • Mobilitätstraining von Wirbelsäule, Rippen und Schultern
  • Schulung der Haltung
  • Steigerung des Konzentrationsvermögens



Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Es sind keine konkreten Situationen zu nennen, bei denen sich Pilates grundsätzlich verbietet, ausser beim Bestehen einer Schwangerschaft ab dem 3. Trimester. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Auswahl der Übungen sorgfältig auf die Kondition abgestimmt ist – insbesondere bei körperlichen Einschränkungen. Ausserdem ist Pilates bei akuten Beschwerden nur in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Therapeuten anzuwenden und es ist dafür zu sorgen, dass eine notwendige schulmedizinische Abklärung und Behandlung durch Pilates oder den Therapeuten nicht verhindert oder verzögert wird.


Therapeuten, Ausbildung

Diverse nationale und internationale Organisationen gewährleisten die Aus- und Weiterbildung auf unterschiedlichen Niveaus, als Qualitätsmassstab kann die Anerkennung der Kursorganisation durch die Pilates Method Alliance PMI (amerikanische und internationale Qualitätssicherungsvereinigung) sowie die berufliche Grund-Qualifikation des Therapeuten (Physiotherapie, Sportwissenschaft und Ähnliches) gelten.


Autor: vivit gesundheits ag, 2008