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Qi Gong

Grundlagen

Qi Gong beruht auf dem Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Diese Trainingsmethode existiert seit Jahrtausenden und verheisst ein gesundes, langes Leben.
„Qi“ lässt sich übersetzen mit Lebenskraft, Lebensenergie, „Gong“ mit Verdienst, Errungenschaft, Leistung, Erfolg und Wirkung. Qi Gong bedeutet demnach sinngemäss „die Fähigkeit das Qi zu beeinflussen“. Diese Fähigkeit kann man erwerben, indem man entsprechende Techniken für Atmung, Bewegung und Achtsamkeit erlernt sowie – was noch wichtiger ist –, durch stetiges Üben verfeinert und in Fluss bringt. Körperhaltung und Vorstellungskraft regen den Qi-Fluss sowie die Atmung an, Achtsamkeit und Vorstellungskraft fördern Körperwahrnehmung und innere Ruhe. Qi Gong ist Meditation oder Konzentration und Philosophie zugleich.

Heute ist Qi Gong zu einer anerkannten Methode in Prävention und Therapie geworden, die auf der ganzen Welt praktiziert wird, unabhängig von Weltanschauung und Religion. Es wird nicht nur in Kliniken, Kurhäusern und Praxen, sondern auch in Sportverbänden, Kindergärten, Schulen und Firmen praktiziert.

Drei Stilrichtungen sind zu unterscheiden: Stilles Qi Gong erreicht eine grosse Wirkung durch innere Bewegung, Qi Gong in Bewegung zeichnet sich durch langsame äusserlich sichtbare Handlungen im Stehen oder Sitzen aus, Qi Gong in Fortbewegung schliesslich wird im Gehen ausgeführt.


Methoden und Ziel

Muskeln lassen sich gezielt trainieren und aufbauen – das ist bekannt. Doch auch die Lebenskraft lässt sich durch entsprechende Übungen stärken.
Mit Qi Gong pflegen und aktivieren wir unsere Lebensenergie, regulieren die Atmung, das Nervensystem, den Kreislauf und den Stoffwechsel, stärken das Immunsystem, fördern Konzentration, Erinnerungskraft und Lernfähigkeit. Die Übungen ermöglichen langfristige und tief greifende Haltungs- und Verhaltensänderungen. Kinder werden durch Qi Gong ruhiger und selbstbewusster, älteren Menschen gibt es mehr Spannkraft und Vitalität.
Nach zureichender Anleitung ist der Übende dazu imstande Qi durch seinen Körper zu leiten und dadurch Blockaden zu lösen Qi Gong entfaltet seine Wirkung allerdings erst vollends, wenn die Technik in den Hintergrund tritt und der innere Fluss wahrgenommen werden kann. Es handelt sich um eine „Hilfe zur Selbsthilfe“; eine Methode zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit aus eigener Kraft.

Ziel von Qi Gong ist es, Blockaden zu lösen, einen freien Energiefluss zu ermöglichen, das innere Gleichgewicht auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene zu finden sowie allgemein Gesundheit, Stärke und Geschmeidigkeit zu erlangen.


Indikationen (Einsatzmöglichkeiten)

Qi Gong eignet sich in der Rekonvaleszenz (Zeit bis zur vollständigen Genesung) sowie zur Behandlung von vielen Krankheiten, die stressbedingt sind bzw. das vegetative Nervensystem betreffen wie Kopfschmerzen, Verspannungen, Atemwegserkrankungen, innere Unruhe, Depression. Auch nach schwerer Krankheit oder ernsten Unfallfolgen zeigt diese Trainingsmethode eine gute Wirkung. Präventiv (vorbeugend) kann Qi Gong bei Leuten jeden Alters die Abwehrkraft, das innere Gleichgewicht und somit das Wohlbefinden steigern.


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Qi Gong ist jederzeit und bei jedem Gesundheitszustand anwendbar. Allerdings ist dafür zu sorgen, dass eine notwendige schulmedizinische Abklärung und Behandlung durch Qi Gong oder den Therapeuten nicht verhindert oder verzögert wird.


Therapeuten, Ausbildung

Diverse Ausbildungen ermöglichen die Aufnahme in den Berufsverband SGQT (Schweizerische Gesellschaft für Qi Gong und Taijiquan).


Autor: vivit gesundheits ag, 2008