Bedeutet schlechter Schlaf auch schlechtes Business?
Der Schlaf ist die wichtigste Regenerationsquelle für uns alle. Leider schenken wir ihm aber meistens kaum Beachtung.von Martin Käser
Für viele Mitarbeitende aber wird der regenerierende Schlaf immer häufiger zu einem Problem. Schlafstörungen sind immer eine Folge von übermässigen Einflüssen und Stressoren. Neben dem Befinden leidet auch die berufliche Leistungsfähigkeit. Ein Grund mehr, die persönliche Schlafqualität unter die Lupe zu nehmen. Fragen Sie sich einmal, ob Sie sich morgens immer ausgeschlafen fühlen? Indikatoren für eine eingeschränkte Schlafqualität können auch folgende Aussagen sein:
- Ich liege länger als eine halbe Stunde wach, bevor ich einschlafen kann.
- Direkt vor dem Schlafengehen muss ich noch eine Kleinigkeit essen.
- Um einschlafen zu können, nehme ich Schlafmittel zu mir.
- Ich wache mehr als einmal pro Nacht auf und finde schwer wieder in den Schlaf. Wenn ich nachts aufwache, muss ich etwas essen, um wieder einschlafen zu können.
- Mein Partner beklagt sich, dass ich nachts schnarche. Meine Partnerin hat bei mir Auffälligkeiten im Schlaf wie Zähneknirschen, Sprechen oder Bewegungen festgestellt.s
- Ohne Wecker würde ich morgens verschlafen.
- Wenn ich morgens aufwache, fühle ich mich nicht ausgeschlafen.
- Ich leide morgens unter Kopfschmerzen.
- Es fällt mir am Tag schwer, mich zu konzentrieren und meine Aufgaben zu erledigen, und tagsüber nicke ich beim Fernsehen oder Lesen gerne ein.
Der Schlaf als Wohltat
Der Schlaf ist aus psycho-physiologischer Sicht der wirkungsvollste Ausgleich überhaupt. Als Gegenpol zu unserem schnelllebigen Berufsalltag muss es das oberste Ziel sein, den Schlaf wieder zu finden und zu optimieren. Die vielseitigen Mechanismen des Schlafes helfen uns nämlich, unser Nerven-, Hormon- und Immunsystem wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen.Der Schlaf ist ein dynamischer Vorgang, der verschiedene Phasen hat. Er ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Aktivitäten des Nervensystems und der Körperfunktionen, insbesondere der Muskulatur. Die Gehirnaktivität wird nicht gemindert, sondern findet während des Schlafes lediglich in anderen Gehirnregionen statt als während des Tages. Unser Tagesablauf sollte daher so geplant sein, dass wir genug Zeit zum Schlafen haben. Die meisten Menschen schlafen zwischen 7 bis 8 Stunden. Wer oft spät ins Bett geht und morgens einen Wecker zum Aufstehen braucht, baut sich ein Schlafdefizit über mehrere Tage hin auf. Das kann so gross werden, dass man es nicht an einem Wochenende durch Ausschlafen wieder abbauen kann. Deutlich längeres Schlafen am Wochenende (über 2 Stunden mehr) ist in Hinweis dafür, dass unter der Woche ein Defizit aufgebaut wurde. Ein wesentlicher Hinweis dafür, ob jemand sein individuelles Schlafmass gefunden hat, ist die Tatsache, dass er tagsüber auch bei längerer sitzender Tätigkeit konzentriert einer Beschäftigung nachgehen kann, ohne schläfrig zu werden.
Regelmässige körperliche Aktivität am Morgen oder am frühen Nachmittag kann die Schlaftiefe verbessern und tanken Sie täglich 10 Minuten Sonnenlicht. Halten Sie kein Mittagsschläfchen, wenn Sie Schwierigkeiten haben, abends einzuschlafen oder nachts durchzuschlafen. Vermeiden Sie körperliche Aktivitäten kurz vor dem Zubettgehen.
Machen Sie, bevor Sie ins Bett gehen, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Die Dunkelheit wirkt stimulierend auf die Ausschüttung des Schlafhormons «Melatonin». Nehmen Sie ein heisses Bad 90 Minuten vor dem Zubettgehen. Der Rückgang der Körperkerntemperatur nach dem Bad kann zu Schläfrigkeit führen. Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten in den letzten 2 Stunden vor dem Zubettgehen. Vermeiden Sie Aufputschmittel wie Kaffee nach 15 Uhr. Benutzen Sie Ihr Bett nur zum Schlafen und nicht zum Fernsehen, Essen, Arbeiten oder ähnlichen Beschäftigungen. Vermeiden Sie Elektrosmog: Kein TV, Radiowecker, Halogenlampen mit Trafo, Quarzuhren, Natel oder schnurloses Telefon. Halten Sie die Schlafzimmertemperatur kühl. Achten Sie im Bett auf ein warmes und trockenes Schlafklima, da der Körper pro Nacht bis zu einem Liter Feuchtigkeit abgibt. Sollten Sie nicht schlafen können, verlassen Sie das Bett! Stehen Sie morgens, wenn möglich, immer zur gleichen Zeit auf, und gehen Sie auch immer zur gleichen Zeit schlafen. Auch für einen energetischen Schlaf gilt das 3-Säulen-Prinzip Bewegung-Ernährung-Entspannung.
Ein erholsamer Schlaf resultiert aus dem Zusammenwirken verschiedener Massnahmen. Suchen Sie sich aus der Palette an Tipps 2 bis 3 Massnahmen heraus, die Sie ausprobieren werden. «Der Schlaf ist das Spiegelbild vom Tag und umgekehrt» – guter Schlaf = gutes Business!
Martin Käser ist dipl. Mentaltrainer und NLP-Business- Practitioner bei fit im job AG in Winterthur. 052 245 05 55, www.fitimjob.ch/www.micropause.ch








