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Schröpfen

Grundlagen

Das Schröpfen zählt mit zu den ältesten Heilverfahren der Menschheit und ist seit mehreren tausend Jahren bekannt. In vielen Kulturen, so in Ägypten, Griechenland, Indien und China, wurde diese Heilmethode angewandt. Darstellungen von so genannten Schröpfgläsern sind vor allem aus dem alten Ägypten überliefert. Im antiken Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, dass die damals verwendete Schröpfglocke zu einem Emblem von Therapeuten wurde.

Bernhard Aschner (1883 – 1960) nahm die Behandlungstechnik wieder auf und integrierte sie in die moderne Medizin. Heute wird das Schröpfen von vielen Naturärzten und von Therapeuten der Traditionellen Chinesischen Medizin genutzt.


Methoden und Ziel der Behandlung

Beim Schröpfen werden spezielle Gläser an bestimmten Körperteilen aufgesetzt. Man hält diese Schröpfgläser kurz über eine offene Flamme, worauf sich die Luft im Innern ausdehnt. Anschliessend bringt man das Gefäss sofort auf die Haut. Die Luft im Glas zieht sich durch die rasche Abkühlung zusammen und saugt die Haut in das Gefäss – ein Vakuum ist entstanden. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Reiz nicht nur lokale, äusserliche Wirkung hat, sondern auch innere Organe beeinflusst.

Drei Arten von Schröpftherapie lassen sich unterscheiden:

Schröpfkopfmassage oder Saugglockenmassage
Die zu behandelnde Fläche wird mit einem Öl eingerieben, das als Gleitmittel dient. Danach wird das Schröpfglas aufgesetzt und mit leichten kreisenden Bewegungen verschoben. Diese Methode wirkt stoffwechselfördernd und heilend.

Trockenes Schröpfen
Bei dieser Technik werden Schröpfgläser stationär auf bestimmten Körperbereichen platziert. Die Haut bleibt intakt, doch darunter entsteht ein Bluterguss, der im Körperinnern spezielle Reize auslöst und die Durchblutung fördert.

Blutiges Schröpfen
Vor dem Aufsetzen wird die Haut leicht eingeritzt. Durch das Vakuum werden Blut, Stoffwechsel-Abbauprodukte und in die Haut eingelagerte schädliche Stoffe herausgesaugt.


Indikationen (Einsatzmöglichkeiten)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Muskelverspannungen, Halswirbelsäulen- und Schulterbeschwerden, Kreuz- und andere Schmerzen
  • Erkältungskrankheiten wie Schnupfen und Bronchitis
  • Parästhesien (subjektive nervlich bedingte Missempfindungen) und Neuralgien (Nervenschmerzen)
  • Erkrankungen innerer Organe, zum Beispiel Asthma, Bauch- und Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Bei Blutungsneigung, während der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten, bei Blutarmut (Anämie), im Bereich von Hautverletzungen und beim Vorliegen von Ödemen (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) sollte man auf das Schröpfen verzichten. Es ist zudem darauf zu achten, dass eine allenfalls notwendige schulmedizinische Abklärung und Behandlung durch das Schröpfen oder den Therapeuten nicht verhindert oder verzögert wird.


Therapeuten, Ausbildung

Diverse Ausbildungen ermöglichen die Aufnahme in die Verbände von Berufen, bei denen eine Schröpftherapie durchgeführt wird, wie SBO-TCM (Schweizerische Berufsorganisation Traditionelle Chinesische Medizin) und SVNH (Schweizerischer Verband für Natürliches Heilen) oder Verband der Naturärzt/innen und Naturheilpraktiker/innen.


Autor: vivit gesundheits ag, 2008