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Shiatsu

Grundlagen

Shiatsu ist eine Therapieform, die auf dem Wissen und der Lebensweisheit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) basiert und wurde im Verlauf der letzten 100 Jahre in Japan entwickelt. Wichtige Lehrer in der heutigen Zeit sind Ohashi und Masunaga – diese haben eigene Behandlungskonzepte ausgearbeitet.

Als Grundannahme gilt, dass der Mensch eine Einheit von Körper, Seele und Geist ist. Er bewahrt seine Gesundheit dadurch, dass er im Einklang mit sich und seiner Umgebung, mit der Natur sowie dem Universum lebt. Ein Abweichen vom Gleichgewicht führt zur Störung des Energieflusses, welcher beim gesunden Menschen spontan reguliert wird. Ein starkes oder wiederholtes Ungleichgewicht behindert diese Selbstregulation und zieht Energiestauungen auf körperlicher, seelischer oder geistiger Ebene nach sich.


Methoden und Ziel der Behandlung

In die deutsche Sprache übersetzt bedeutet Shiatsu Fingerdruck. Wie der Name verrät, wird die Massage mit den Fingern ausgeübt. Zusätzlich kommen Hände, Ellbogen und Knie zum Einsatz. Shiatsu praktiziert man entlang der Meridiane (Energiebahnen; Traditionellen Chinesischen Medizin), die in der TCM im Zusammenhang mit der Akupunktur grosse Bedeutung haben. Es entwickelt sich ein tiefes, vertrauensvolles Gespräch ohne Worte, so dass die Behandlung als berührende Kunst erlebt werden kann.
Die Therapie erfolgt in der Regel am bekleideten Körper des Patienten. Dieser liegt auf einem Futon, einer japanischen Bodenmatte, und der Therapeut erzeugt mit fliessenden Bewegungen sanften Druck auf die Meridiane. Je nach Indikation lassen sich weitere Techniken ergänzen wie Rotation der Gelenke, Kneten, Rollen, Dehnen und Vibrieren bestimmter Körperstellen.

Ziel ist es, Blockaden und Stauungen zu lösen, die natürlichen Selbstheilungskräfte sowie geschwächte Stellen anzuregen, den Energiehaushalt zu harmonisieren und die körperlich-seelische Ausgeglichenheit zu fördern. Shiatsu kann demnach gleichsam entspannend oder ausgleichend wie anregend wirken.


Indikationen (Einsatzmöglichkeiten)

Die Methode eignet sich für Menschen jeden Alters.

Anwendungsgebiete sind insbesondere:
  • Körperliche, seelische oder geistige Belastungen, speziell Lebenskrisen und Stresssituationen
  • Energielosigkeit, Erschöpfungszustände, Immun- oder Abwehrschwäche
  • Länger anhaltende und wiederkehrende Beschwerden unterschiedlicher Art
  • Motorische und sensorische Störungen (sensorisch: die Aufnahme von Sinnesempfindungen betreffend)
  • Zustände nach Schock oder Trauma (Verletzungen im weiteren Sinn)
  • Unterstützung des Genesungsprozesses nach Krankheit oder Unfall
  • Schwangerschaft
  • Allgemeine Förderung der Gesundheit


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Shiatsu ist unabhängig vom Gesundheitszustand jederzeit anwendbar. Allerdings ist dafür zu sorgen, dass eine allenfalls notwendige schulmedizinische Abklärung und Behandlung durch Shiatsu, bzw. den Therapeuten, nicht verhindert oder verzögert wird.


Therapeuten, Ausbildung

Diverse Ausbildungen ermöglichen die Aufnahme in den Berufsverband SGS (Shiatsu Gesellschaft Schweiz). Im SGS sind als A-Mitglieder ausschliesslich berufstätige Therapeuten (mindestens 50 % Pensum) vertreten, die zur jährlichen Weiterbildung verpflichtet sind.


Autor: vivit gesundheits ag, 2008