Mentale Stärke – klarer Kopf
Arbeitsbedingter Stress verursacht in der Schweiz milliardenteure Kosten. Vor allem auch viele Führungskräfte stehen unter permanentem Druck. Das Umfeld ändern? Ist schwierig. Ein probateres Gegenmittel ist, mit dem Stress so umgehen zu lernen, dass er nicht (mehr) krank macht.Von Martin Käser
Check-up zum Thema
Die vielbeachtete Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) aus dem Jahr 2000 beziffert die finanziellen Kosten der negativen Folgen von arbeitsbedingtem Stress auf rund CHF 7,8 Milliarden oder etwa 2,3 Prozent des BIP. [1]
Die Reaktionen des Körpers führen zu einer Überfunktion der Nebennieren (erhöhter Tonus des sympathischen Nervensystems, Ausschüttung von Adrenalin) und zur Schrumpfung des Thymus und der Lymphknoten. Stress wird hauptsächlich durch Hormone gesteuert. Die bekanntesten Stresshormone sind:
Langandauernder Stress kann gesundheitliche Schäden vielfältiger Art verursachen. Häufig kommt es zu Magengeschwüren, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Das Hauptproblem hierbei: nicht adäquater Abbau der ausgeschütteten Stresshormone.
Kommen zu den Stressoren aus dem beruflichen Umfeld ergänzend solche aus den Bereichen «Familie», «Freizeit», «Gesundheit» usw. dazu, bringt nicht selten ein banales Ereignis das «berühmte» Fass zum Überlaufen.
Das vegetative Nervensystem setzt gewissermassen die Gefühle in körperliche Reaktionen um. So sind bei einer langanhaltenden Fehlstellung der Psyche alle Organe, die dem vegetativen Nervensystem unterworfen sind, dauerbelastet. In der Folge können psychosomatische Beschwerden auftreten wie Magengeschwüre, Bluthochdruck usw.
Das vegetative Nervensystem setzt sich aus dem sogenannten Sympathikus und Vagus (oder Parasympathikus) zusammen.
Spitzenleistungen werden erzielt, ohne dass unter Stress frustrierende und gesundheitsschädigende Begleiterscheinungen auftreten.
Obschon auch Eustress-Momente Energien kosten, sind sie lebensnotwendig und geben uns das Gefühl von Vitalität, Wohlbefinden und innerer Zufriedenheit. Beim Eustress fühlen wir uns stimuliert, produktiv, energetisch, optimistisch, unter Kontrolle, weil wir mit der Herausforderung fertig werden.
Der Körper kehrt innert Kürze zu seinem ausgeglichenen Zustand zurück, ohne dass Körper und Seele überanstrengt werden. Es geht im Alltag nicht nur darum, negativen Stress (Distress) zu dosieren, sondern uns ganz bewusst Eustress-Momente zu verschaffen. Unterschiedliche Wege führen zu diesem Ziel:
Man frage sich: Welche Eustress-Tätigkeiten tue ich gerne bzw. würde ich gerne öfter ausführen?
Drei wesentliche Massnahmen sind also empfehlenswert:
Ergänzende Hinweise:
[1] Die Kosten von Stress in der Schweiz, seco 2000 – inklusive betriebswirtschaftlicher Kosten von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
[2] Bundesamt für Statistik, Schweizerische Gesundheitsbefragung 2002.
- 44 Prozent der Erwerbsbevölkerung sind an der Arbeit starken Belastungen ausgesetzt, die zu gesundheitlichen Störungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder psychischen Problemen führen können.
- 38 Prozent der Frauen und 21 Prozent der Männer, die wegen ihrer beruflichen Tätigkeit unter sehr grosser nervlicher Anspannung leiden, sind von starken körperlichen Beschwerden geplagt. [2]
Belastungen und Stress
«Stress» (engl.) ist ein vom Mediziner und Biochemiker Hans Selye im Jahr 1936 geprägter Begriff für ein generelles Reaktionsmuster, das Mensch und Tier bei erhöhter Beanspruchung zeigen. Die Belastungen (Stressoren) können physischen, chemischen, medizinischen oder psychischen Ursprungs sein.Die Reaktionen des Körpers führen zu einer Überfunktion der Nebennieren (erhöhter Tonus des sympathischen Nervensystems, Ausschüttung von Adrenalin) und zur Schrumpfung des Thymus und der Lymphknoten. Stress wird hauptsächlich durch Hormone gesteuert. Die bekanntesten Stresshormone sind:
- Adrenalin (erhöht Herzfrequenz und Durchblutung, erweitert die Luftröhre).
- Noradrenalin (lässt den Blutdruck steigen).
- Cortisol (sorgt für einen Anstieg des Blutzuckers und damit zur Bereitstellung von Energie).
Langandauernder Stress kann gesundheitliche Schäden vielfältiger Art verursachen. Häufig kommt es zu Magengeschwüren, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Das Hauptproblem hierbei: nicht adäquater Abbau der ausgeschütteten Stresshormone.
- Im modernen Business-Alltag macht der Stressmechanismus der Urzeit nur mässig Sinn, da wir weder «flüchten» noch «angreifen» können oder wollen.
- Somit sind die ausgelösten Stresshormone für mehrere Stunden im Körper wirksam, ohne dass sie wirklich adäquat abgebaut werden.
- Ist die Stress auslösende Situation nur von kurzer Dauer, verarbeitet der Organismus die Auswirkungen der Mobilmachung problemlos.
- Folgen jedoch immer weitere Stressreize, bevor der Organismus sich erholt hat, ist der Körper in ständiger Alarmbereitschaft oder im Dauerstress.
Kommen zu den Stressoren aus dem beruflichen Umfeld ergänzend solche aus den Bereichen «Familie», «Freizeit», «Gesundheit» usw. dazu, bringt nicht selten ein banales Ereignis das «berühmte» Fass zum Überlaufen.
- Dauerstress kann zu Ermüdungs- und Erschöpfungserscheinungen führen, eventuell sogar zum körperlichen oder seelischen Kollaps.
Der individuelle Stresstypus
Wenn Anforderungen und Belastungen unsere Fähigkeiten übersteigen, reagiert der Körper mit dem vegetativen Nervensystem. Dieses sorgt automatisch dafür, dass sich der Organismus an die sich verändernden Aussenbedingungen anpasst, und mobilisiert bei Stress die nötigen Kräfte gegen Unliebsames, Unerwünschtes, Ängste, Sorgen und Bedrohliches.Das vegetative Nervensystem setzt gewissermassen die Gefühle in körperliche Reaktionen um. So sind bei einer langanhaltenden Fehlstellung der Psyche alle Organe, die dem vegetativen Nervensystem unterworfen sind, dauerbelastet. In der Folge können psychosomatische Beschwerden auftreten wie Magengeschwüre, Bluthochdruck usw.
Das vegetative Nervensystem setzt sich aus dem sogenannten Sympathikus und Vagus (oder Parasympathikus) zusammen.
- Aus dem Überwiegen des Sympathikus resultiert der A-Typ.
- Dominiert bei vegetativen Reaktionen der Vagus, so spricht man vom B-Typ.
- In Reinform kommen beide selten vor, sondern nur als vorherrschende Tendenz.
Spitzenleistungen werden erzielt, ohne dass unter Stress frustrierende und gesundheitsschädigende Begleiterscheinungen auftreten.
Guter Stress – schlechter Stress
Man unterscheidet zwei Arten von Stress: «Eustress» (angenehm, positiv wirkend; abgeleitet von griechisch «eu» = gut) und «Distress» (unangenehm, negativ wirkend).Obschon auch Eustress-Momente Energien kosten, sind sie lebensnotwendig und geben uns das Gefühl von Vitalität, Wohlbefinden und innerer Zufriedenheit. Beim Eustress fühlen wir uns stimuliert, produktiv, energetisch, optimistisch, unter Kontrolle, weil wir mit der Herausforderung fertig werden.
Der Körper kehrt innert Kürze zu seinem ausgeglichenen Zustand zurück, ohne dass Körper und Seele überanstrengt werden. Es geht im Alltag nicht nur darum, negativen Stress (Distress) zu dosieren, sondern uns ganz bewusst Eustress-Momente zu verschaffen. Unterschiedliche Wege führen zu diesem Ziel:
- Eustress-Tätigkeiten ausführen.
- Eustress im Familienleben suchen.
- Eustress durch Erfolgserlebnisse ableiten.
- Eustress durch Zärtlichkeit und Erotik erleben.
Man frage sich: Welche Eustress-Tätigkeiten tue ich gerne bzw. würde ich gerne öfter ausführen?
Leistung braucht Stress
Stress ist nicht generell negativ zu betrachten, denn für eine gute Leistung braucht es eine Minimum-Dosis an Stress.- Unser optimaler Leistungszustand (OLZ) ist dann erreicht, wenn wir etwas überdurchschnittlich angespannt bzw. «gestresst» sind, wenn alle Voraussetzungen des menschlichen Körpers für maximale Leistung vorhanden sind. In diesem Zustand fühlen wir uns verantwortungsbewusst, kontrolliert und sicher.
Wir verfolgen ruhig und ausgeglichen, jedoch voller Energie unser Ziel in der Gewissheit «Ich schaffe dies!». - Nervosität darf nicht aufkommen. Dadurch würde die Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe gestört.
OLZ voraus erleben
Der optimale Leistungszustand (OLZ) kann mit mentalem Training angesteuert bzw. vorbereitet werden. Das psychische «Einstellen» auf eine kommende Situation und die gedankliche Vorwegnahme von positiven Ergebnissen erzeugen im Organismus parallel messbare Aktivierungsprozesse. Bei der Vorstellung solcher Abläufe erhöht sich die Pulsfrequenz ähnlich wie bei realen Abläufen. Die Bewältigung der Anforderungssituation wird somit in der Trockenübung oder im inneren Probehandeln psychisch (gedanklich) und physisch (z.B. erhöhter Pulsschlag) simuliert. Mit dieser Vorbereitungsstrategie haben wir eine wesentlich bessere Ausgangslage, denn wir sind bereits auf den Ablauf und die erfolgreiche Bewältigung der Anforderung eingestellt.Drei wesentliche Massnahmen sind also empfehlenswert:
- Entspannungsoasen im Alltag einbauen.
- Eustress-Aktivitäten bewusst planen und ausüben.
- Den optimalen Leistungszustand (OLZ) durch mentales Training fördern.
Ergänzende Hinweise:
[1] Die Kosten von Stress in der Schweiz, seco 2000 – inklusive betriebswirtschaftlicher Kosten von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
[2] Bundesamt für Statistik, Schweizerische Gesundheitsbefragung 2002.

Stresstyp: Bist du Typ A oder B?





